Diamantenfieber
Der Diamant - kein Edelstein der Welt ist begehrter oder kostbarer. Kein Schmuckstein hat die Phantasie der Menschen bisher mehr erregt. Für die alten Griechen waren Diamanten Tränen der Götter. Die Römer glaubten, sie seien Splitter von gefallenen Sternen. Glitzernd, kostbar und einzigartig waren sie über Jahrhunderte als Symbol für Reichtum und Macht einzig Königen vorbehalten. Und auch die geologische Entstehungsgeschichte dieser uralten Steine ist beeindruckend: Diamanten entstehen durch gewaltige unterirdische Kräfte tief in der Erde. Das Tageslicht erreichen sie nur, wenn aufsteigende Lava sie nach oben transportiert.

Von Anbeginn seiner Entdeckung hat der Diamant, den man zunächst nur ungeschliffen kannte, die Menschen fasziniert. Seine Geschichte beginnt vor rund 3.000 Jahren in Indien. In Europa stieg der Diamant an den europäischen Königshöfen erst im Mittelalter zum edelsten unter den Edelsteinen auf. Heute hat das Rohstoffkartell von De Beers den weltweiten Diamantenhandel fest in der Hand und diktiert die Preise.

Geschichte
In der historischen Entwicklung der Diamantengewinnung steht Indien am Anfang. Wann der erste Diamant entdeckt wurde, weiß jedoch niemand. Aus einem indischen Bericht aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. geht jedoch hervor, dass bereits damals in Indien viel mit Diamanten gehandelt wurde. Obwohl sein Name auf das Griechische „adamas“, der Unbezwingbare, zurückgeht, war der Diamant den Griechen des Altertums unbekannt. Bei den Römern genoss der Diamant dagegen hohes Ansehen. Die Römer glaubten an seine übernatürlichen Kräfte, weswegen er auch als Talisman benützt wurde. Außerdem schätzen sie ihn wegen seiner Härte z.B. für Gravierarbeiten.

Die kostbarsten Diamanten, zu denen heute die größten und schönsten Diamanten gezählt werden, waren im Besitz der indischen Fürsten oder sie waren in indische Götterstatuen eingearbeitet. Als Kriegsbeute kamen die ersten wertvollen Steine in andere Länder und auch nach Europa. Bis ins Mittelalter hinein hatten Perser und Araber das Monopol des Diamantenhandels inne. Indien blieb bis ins 18. Jahrhundert hinein das einzige Land, in dem Diamanten gefördert wurden.

Diamanten - reine Männersache?
Die Geschichte berichtet, dass das Tragen von Diamanten bis zum 15. Jahrhundert Frauen untersagt war. Die erste, die Diamanten getragen haben soll, war Agnes Sorel (um 1422-1450), die Mätresse Karls VII. von Frankreich. Ab der Mitte des 15. Jahrhunderts steigt der Diamant, der inzwischen auch erste Schliffformen bekommt, an den Europäischen Königshäusern zum „König unter den Edelsteinen“ auf. Wer auf sich hielt, besaß Diamanten.

Diamantenrausch
Mitte des 18. Jahrhunderts löste Brasilien, damals portugiesische Kolonie, Indien als Diamantenproduzent ab. Fast 150 Jahre lang sollte es den Diamantenmarkt beherrschen bis seine Minen fast erschöpft waren. Ende des 19. Jahrhunderts führte ein unglaublicher Zufall dazu, dass im Süden Afrikas am Oranje-Fluss Diamanten gefunden wurden. Ein Farmer entdeckte 1866 unter den Spielsteinen von Kindern einen auffällig glitzernden Stein, der sich später als lupenreiner Diamant von fast 22 Karat entpuppte.

Der Diamantenrausch schwemmte Glücksritter aus aller Welt in den Süden Afrikas – darunter zwei Engländer, die gegensätzlicher nicht sein konnten: Cecil Rhodes und Barney Barnato. Ihre abenteuerliche Geschichte um Reichtum, Macht und Einfluss sollte die Entwicklung des Diamantengeschäftes weltweit nachhaltig prägen - bis in unsere Gegenwart.